Burson-Marsteller Crossmedia

Gut ist, wenn die Idee gut ist

Marken setzen auf Partizipation und Kooperation

von Omar Blangiardi

Seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass Firmen und Brands auf die Hilfe bzw. Partizipation der Web-Community setzen, um neue Produkte zu gestalten und zu entwicklen. Ein bekanntes und erfolgreiches Beispiel ist der neue Fiat 500, der bereits wie die Originale aus den Jahren 1936 und 1957 zum Kultauto avanciert ist. Anders als damals durften die zukünftigen Besitzer und Fahrer des Autos auf einer eigens dafür eingerichteten Internet-Plattform mit ihren persönlichen Wünschen und Ideen zur Entstehung des neuen Autos beitragen. Seit der Lancierung des Autos auf dem Automobilmarkt vor zwei Jahren hat der Konzern mit verschiedensten Internetaktionen die Besitzer (und potenziellen Käufer) stetig dazu animiert, Teil der neuen Fiat-500-Community zu werden und sie auf diese Weise an die Marke gebunden. (Mehr Infos unter: Futurebytes)

Die gleiche Strategie hat auch der deutsche Zelthersteller Wechsel angewendet, indem er mithilfe der Community-Website Outdoorseiten ein neues Zelt namens «Forum 4 2» auf den Markt gebracht hat. Dieses Modell verkauft sich deutlich besser als ein ähnliches aus dem eigenen Sortiment. Über 100 Mitglieder der Outdoorseiten waren am Entstehungsprozess des neuen Zelts beteiligt, und konnten sogar über den Produktnamen abstimmen. Das Zelt verkauft sich anscheinend besser, weil es von der Community mitentwickelt und gebrandet wurde und somit über mehr «Glaubwürdigkeit» verfügt. (Siehe auch: PAGE Magazin 07.09)

Andere Brands gehen andere Wege, um ihr Zielpublikum zu erreichen. Nämlich indem sie Kooperationen mit einer Art Community-Schöpfer eingehen, den Zeitschriften. Das Magazin Monocle, vom renommierten Designer Tyler Brulé, bietet seinen Lesern seit längerer Zeit immer wieder neue Accessoires und Editionen an, welche mit dem Monocle-Logo versehen sind. Das Angebot reicht von Reisetaschen über Duftkerzen bis hin zu Fahrrädern. Diese Produkte werden in Zusammenarbeit mit grossen und bekannten Marken wie etwa Comme des Garçons oder mit der eher unbekannten schwedischen Fahrradmanufaktur Skeppshult hergestellt. Die Artikel findet man im Onlineshop und in Monocle Läden in London, Los Angeles und seit kurzem auch in Palma de Mallorca.

Das in den Niederlanden produzierte «Fantastic Man Magazine» verfolgt seit etwa zwei Jahren ähnliche Kooperationsprojekte. Eine erste kreative Zusammenarbeit fand im letzten Jahr mit dem schwedischen Modelabel ACNE Jeans statt (ACNE steht für «Ambition to Create Novel Expressions»). Die beiden Gründer des «Fantastic Man Magazine», Gert Jonkers und Jop van Bennekom, wurden von ACNE eingeladen eine neue Jeans zu gestalten. Entstanden ist die «Gentleman’s Jeans» für den «mature man of work and leisure». In diesem Frühling wurde bei Colette in Paris das zweite «Fantastic Man»-Produkt, ein Eau de Cologne, der Öffentlichkeit präsentiert. Der Duft entspricht in den Noten – u.a. Bergamotte, Kardamom, Sternanis – einem traditionellen Eau de Cologne, «doch einzigartig ist die Art und Weise wie diese Noten zusammenkommen». Der «Fantastic Man»-Duft ist in enger Zusammenarbeit zwischen den Herausgebern und dem Gründer des schwedischen Parfumhersteller Byredo, Ben Gorham, hergestellt worden.

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