Social Media Cases: US Mütter verschaffen sich via Twitter Gehör
von Daniel Jörg
Motrin ist ein US-amerikanischer Hersteller für Schmerzmittel. Das Unternehmen hat Mütter, die ihre Kinder auf sich tragen, als Kernzielgruppe definiert. Um Mütter gezielt anzusprechen und gleichzeitig auch noch das Momentum der International Baby Wearing Week zu nutzen, hat Motrin folgenden Werbespot produziert und auf der eigenen Website veröffentlicht.
Das Video an und für sich ist gut gemacht, seine eigentliche Botschaft für die Zielgruppe ist jedoch falsch. Es lässt Mütter, welche ihre Kinder auf sich tragen, als “trendy” aussehen, ja als Mütter, die das eigentlich nur tun, um als “official moms” zu gelten.
Kurz nachdem das Video auf der Website publiziert wurde, haben sich empörte Mütter online Gehör verschafft. Jessica Gottlieb hat den online Sturm via Twitter in Gang gesetzt. Es kam wie es kommen musste: Hunderte Blogbeiträge, Videoantworten auf YouTube und dann wurden die klassischen Massenmedien auf das Thema aufmerskam. Ich erspare euch jetzt all die Charts, die hat Jeremiah bereits zusammengestellt.
Nach ein paar Tagen hat Motrin den Werbespot von der Website gelöscht und folgende Entschuldigung auf der Homepage platziert (nach wie vor online):
Motrin hat also zugehört und reagiert.
Jessica Gottlieb hat den Case auch noch aus persönlicher Perspektive auf ihrem Blog reflektiert. Sie gibt dem Unternehmen Tipps, wie es auf den online Sturm hätte reagieren können, ohne gleich das Video zu löschen und die gesamte Kampagen zu stoppen. Ob Motrin auch das gehört hat?
Interessanter Case, der einmal mehr die Power von Social Media aufzeigt. Bin gespannt, was Motrin wirklich gelernt hat, und wie deren nächste Werbekampagne aussehen wird. 2009 wird spannend.

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