QR-Codes im Anmarsch?
von Remo Schläpfer
Wie das Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft “persönlich” vergangenen Montag berichtete, setzt neben der NZZ neu auch Ringier mit der Wirtschaftszeitung cash auf QR-Codes. Doch was sind QR-Codes überhaupt? QR-Codes sind eine von vielen Varianten des Mobile Taggings. Beim Mobile Tagging handelt es sich um das Einlesen eines Codes durch die Kamera eines Mobilen Endgerätes (Handy, Smart Phone, iPhone etc.). Der für das Mobile Tagging verwendete Code kann eine Verschlüsselung direkter Informationen wie URL’s, Namen, Text enthalten oder indirekt via Server auf Informationen verlinken.
Beispiel: Ich stehe vor dem Einkaufsregal und möchte gerne wissen, woher denn die Milch genau kommt. Glücklicherweise ist auf der Packung ein Code angebracht, welchen ich kurz per Handy einscanne. Dieser Code leitet mich automatisch auf eine Website, mit zusätzlichen Informationen zur Herkunft, Produktion und Transport. (Siehe dazu auch die Erklärungen eines Anbieters)
Als ich im März 2007 die Recherchen für ein Lizentiatsthema startete, bin ich ebenfalls auf Mobile Tagging gestossen. Ich habe mich eingehend mit der Thematik befasst, war zu Beginn auch sehr begeistert von der Technologie und der unzähligen Anwendungsmöglichkeiten. Nachdem ich mich heute erneut über den Stand der Dinge informierte, habe ich festgestellt, dass die Anbieter ihre Lösungen immer noch loben und ein durchaus ansehnliches Kundenportfolio führen.
Mobile Tagging ist jedoch von einer Kinderkrankheit befallen, von der es sich bis heute noch nicht erholt hat: Die Software zum Einscannen der Codes ist nicht auf unseren Handys vorinstalliert, sprich, niemand kann einen Code „kurz“ einscannen. Viel eher muss der User vorher eine SMS verschicken oder ein URL eintippen, um die Software auf dem Handy zu installieren. Wer macht das schon?? Wohl kaum jemand. Trotzdem scheint es immer wieder Unternehmen zu geben, die sich für einen Versuch mit Mobile Tagging begeistern lassen. Ich kann mir vorstellen, dass es sich ähnlich verhält wie mit dem Thema MMS. Es gibt immer noch unzählige Agenturen, die ihren Kunden eine tolle Kampagne vorschlagen, in welcher die Kunden mittels Inseraten zum Mitmachen aufgerufen werden. Bilder knipsen, einschicken und einen tollen Preis gewinnen. Wer mit den technischen Anbietern von MMS-Lösungen für Wettbewerbe spricht, der hört meist von sehr ernüchternden Teilnehmerzahlen. Scheinbar lassen sich die Schweizer Konsumenten nicht für solche Sachen begeistern.
Mein Fazit: Damit Mobile Tagging seine hartnäckige Kinderkrankheit abschütteln kann und bei den Kunden an Akzeptanz gewinnt, müssen zuerst unsere Mobilfunkanbieter davon überzeugt werden, die Software standartmässig auf den Geräten zu installieren. Das Geräte „gebranded“ sind, ist mittlerweile ja üblich, warum also nicht noch einen Code-Reader? Wenn die Anbieter von Mobile Tagging diesen Schritt geschafft haben, bin ich der Meinung, dass die Technik beträchtliches Potenzial hat – vor allem für crossmediale Kampagnen. Wir warten.

Hallo Remo,
Die Software wird sehr häufig runtergeladen. PS: Vorinstalliert werden QR Code Reader bereits von Nokia. Zurzeit sind aber “Education” und “QR Code Anwendungen” das Wichtigste.
Und da wir den Response messen können, sehen wir auch, dass die Resultate bereits jetzt für ein Pull-Medium durchaus ok sind.
Gruss Roger
24. Oktober 2008 um 13:27
Salut Roger Falls das möglich ist, wäre es interessant, wenn du mir mal ein Case schicken könntest!? Gruess Remo
24. Oktober 2008 um 13:41
Der Cash-Case (Response seit dieser Woche) ist z.B. interessant. Aber ich kann Dir da wohl nichts mitteilen, ohne das Ok von Cash.
24. Oktober 2008 um 18:20