Facebook Gruppe rettet das Kulturzentrum PROGR
von Remo Schläpfer
Facebook ist momentan DIE Online Community im Netz und verzeichnet laufend neue Mitglieder. Dass Jugendliche über die auf Facebook organisierten Gruppen und Events zu Massenbesäufnissen – sogenannte Botellones – aufrufen und sich mobilisieren, ist seit diesem Sommer kein Novum mehr. Nicht nur Blogs, sondern auch klassische Online News und Printmedien beschäftigten sich intensiv mit dem Thema.
Viel interessanter ist aber ein aktueller Fall: In der Stadt Bern war die Schliessung eines Kulturzentrums geplant, um die Räumlichkeiten in ein Gesundheitszentrum umzuwandeln. Darauf hin hat sich eine Gruppe von Künstlern zusammengeschlossen und die Initiative „PRO PROGR“ lanciert. Es wurde eine Website geschaltet und auf Facebook wurde die Gruppe „PROGR Rettungsaktion“ gegründet. Innerhalb kurzer Zeit ist die Mitgliederzahl auf aktuelle 1624 Personen gestiegen und es findet eine rege Diskussion statt. Die Facebook Gruppe hat natürlich auch einen Aufruf gestartet und ihre Mitglieder um Unterstützung gebeten. Scheinbar mit grossem Echo. Über ein Google Spreadsheet können Interessierte für ein Ressort anmelden.
Die Facebook Gruppe wurde anscheinend auch von den Medien aufgenommen, der Artikel ist aber leider nicht mehr auf www.derbund.ch auffindbar.
Fakt ist: Die Stadt hat am 6. Nobember die Neunutzung des Kulturzentrums Progr als Gesundheitszentrum vorerst mit 36 zu 34 zurückgewiesen. Die Kunstschaffenden haben nun bis Ende Jahr Zeit, ein Übernahmeangebot und Konzept auf den Tisch zu legen. Neben klassischen Fundraising Aktivitäten haben die Kunstschaffenden nun auch einen Event auf Facebook organisiert:
„I LOVE PROGR – Benefizfest.
Das Fallbeispiel zeigt auf eindrückliche Art und Weise, dass Facebook eben nicht nur unterhaltender Zeitvertieb ist, sondern wenn richtig genutzt, ein echtes Campaignin-Powertool. Und zwar eines, das sich jeder leisten kann.

Einen Kommentar hinterlassen